Musik und Pantomime in einer gelungenen Verbindung

Die Idee, Musik und Pantomime zu kombinieren, ist nicht neu. Häufig ist jedoch entweder der akustische oder der optische Teil bei einer solchen Zusammenführung dominant. Bei der Veranstaltung in Weilburg beeindruckte dagegen der gelungene Versuch, beide Medien in ihrer Eigenständigkeit zu erhalten.Man hatte nie den Eindruck, die Musik diene der Pantomime als Untermalung, oder die Pantomime versuche lediglich, die Musik zu verbildlichen. Szene und Klang bildeten ein harmonisches Ganzes.

Im ersten Teil des Konzertes wechselten mehrere Szenen ab, die Isidoro Fernandez ermöglichten, in eine neue Rolle zu schlüpfen. Die unmittelbar aneinander anschließenden Szenen und Musikstücke vermittelten den Eindruck eines in sich geschlossenen Schauspiels, obwohl verschiedene Inhalte dargestellt wurden.

Fernandez begeisterte - egal in welche Rolle er gerade schlüpfte, durch die Intensität seiner Darstellung, die in den heiteren Episoden von Witz, einem heimlichen Augenzwinkern und genau dosierte Ironie sprühten. Bei den ernsten Stücken beeindruckte die genaue Beobachtung und Wiedergabe von Bewegungen, Haltung und Körperausdruck, deren minimale Übertreibungen die Situation verdeutlichte.

Erschütternd traf er den resignierten Ausdruck des alten Mannes, der auf sein Ende wartet in der Episode "Zeitpunkt".  Wie zu dieser Szene komponiert fügte sich die Sonate für Flöte und Klavier von César Franck ins Bild, die Dagmar Becker und Werner Genuit eindringlich musizierten. In einer dramatischen Szene unter der Titel "HUNGER" wurden die Flöte und ihre Musik "Mei" von Kazuo Fukushima in die Handlung einbezogen und zur Bedrohung und grausamen Herscherin über den gegen den Hungertod kämpfenden Pantomimen. Anneke Jung - Gießener Allgemeine


Außergewöhnliches Schloßkonzert in Weilburg - Die Weilburger Stadthalle war Schauplatz eines ungewöhnlichen und zugleich außergewöhnlichen Schoßkonzertes. ”MUSIK FÜR AUGE UND OHR” - so war das Konzert betitelt - zeigte die gelungene Verbindung von Musik und Pantomime. Heraus kamen so ergreifende und eindringliche Szenen wie beispielweise "Zeitpunkt", eine Darstellung der Einsamkeit eines alten Mannes, oder "HUNGER", aber auch amüsant-nachdenkliche Miniaturen wie das "BESTIARIUM", eine pantomimische Tierschau (zu Klarinettenmusik von Igor Strawinski) oder der "TOD DES CHINESEN TANG-O" (zum Tango für Klavier von Strawinski).

Die durchweg excellent vorgetragenen Musikstücke waren von Isidoro Fernandez auch sehr passend zur dargestellten Szene ausgewählt worden. Ein weiterer Glanzpunkt war auch die Geschichte von der "ZERSTREUTEN BRILLENSCHLANGE" nach einem Text von Michael Ende mit Musik von Winfried Willer. Ch.Theiß - WEILBURGER TAGEBLATT

 


Hessischer Rundfunk: Nach der Pause dann entfernt sich Isidoro Fernandez etwas von der herkömmlichen Thematik der Pantomime. "HUNGER" und "KRIEG " sind die Themen, mit denen sich seine Darstellungen auf Musik von Kazuo Fukushima und Ludwig van Beethoven befassen. Besonders eindringlich ist, wie Fernandez auf das trauermarschartige Allegretto aus Beethovens siebter Sinfonie mit wenigen Gesten die bedrohlichen Facetten des Kriegs vom nationalen Taumel bis zu Schmerz und Trauer zum Ausdruck bringt.

"MUSIK FÜR AUGE UND OHR" - ein interessanter, sehr gelungener und unterhaltsamer Abend, an dem sich das Optische gegenüber der Musik doch immer etwas in der vordergrund zu dränqen schien, doch die Musik kam nicht zu kurz.

Das Typische, den Charakter dieser Figuren mit wenigen fantasievollen Requisiten durch Bewegung und Mimik darzustellen, das ist die Kunst der Pantomime, und diese Kunst beherrscht Isidoro Fernandez. Ihm gelingt es immer wieder mit den flinken Händen und dem ausdruckstarken, traditionell weiß geschminkten Gesicht, das Publikum für seine kleinen Geschichten zu fesseln.

Das Publikum war begeistertHessischer Rundfunk - Musikredaktion - Martin Grunenberg


Musik für Auge und Ohr Solopantomime und Musik -Klavier, Klarinette und Flöte

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